Ich finde Stellwerksim eine ziemlich gut funktionierende Software und habe eigentlich nichts an ihr auszusetzen. Das Folgende ist auch weniger eine Kritik, eher eine interessierte Nachfrage bzw. Anregung.
Beim Spielen mit anderen ist mir aufgefallen, dass Züge, die in die falsche Richtung fahren, grundsätzlich verschwinden. Mir ist grundsätzlich klar, wieso man dies bei vom System besetzten Stellwerken so macht (weil man sonst ad hoc einen Zug algorhytmisch umleiten müsste, was ein alles andere als triviales Problem ist - wenn StS hier eine Lösung hätte, würde vermutlich sogar die echte Bahn hinschauen). Bei besetzten Stellwerke passiert das aber auch. Ich frage mich deswegen: warum?
Ich kann mir hier zwei Antworten (die sich nicht gegenseitig ausschließen) vorstellen:
1. Man hat sich entschieden, Fehl- bzw. Umleitungen grundsätzlich nicht zuzulassen, weil dies für Spieler in Nachbarstellwerken eine erhebliche Komplexität bedeuten könnte, insbesondere dann, wenn der Zug nur noch mit Kopfmachen wieder wegzubekommen ist. Das ist meiner Meinung nach eine legitime Entscheidung.
2. Es gibt technische Gründe, die eine Fehl- bzw. Umleitung technisch schwierig machen. Ich kann mir hier grundsätzlich drei Probleme vorstellen:
a) dass das Stellwerk, in das fehl- bzw. umgeleitet wird, keinen Fahrplan für den fehl- bzw. umgeleiteten Zug hat und dementsprechend man entweder nicht weiß, wie das ganze angezeigt werden soll oder das Stellwerk nicht wirklich weiß, mit dem Zug umzugehen,
b) dass man spannende Deadlocks bekommt, wenn ein einmal ausgefahrener Zug im Kreis wieder in das ursprünglich fehl- bzw. umleitende Stellwerk hineinleitet (geht z.B. in Frankfurt Fzf, dort könnte man einen vom Hauptbahnhof kommenden Zug über Süd Forsthaus ins Stellwerk Süd schicken und Süd schickt es einem über die Camberger Brücke zurück) wird und
c) dass ggf. Stellwerke dazwischen übersprungen werden, die dann einen Phantomzug im Fahrplan haben, der nie kommen wird.
Mal ein bisschen unqualifiziert daherschwadroniert:
Das erste Problem könnte man tatsächlich lösen, indem man eine Option "Stellwerk nimmt Fehl- und Umleitungen an" (ähnlich wie die Option zur Störungshäufigkeit) einfügt, die standardmäßig auf "Aus" steht.
Wenn das Problem eher am zweiten Fall ist, kann ich logischerweise keinen richtigen Input leisten, ich werfe aber trotzdem mal ein paar Ideen in den Raum:
Punkt a) ließe sich ggf. lösen, indem der Zug in der Fahrplanansicht alle Werte wie Ankunftszeiten und Abfahrtszeiten oder Verspätung usw. auf ??? (intern wahrscheinlich NaN, die Software ist ja in Java geschrieben) setzt und bei "von" das Stellwerk, was fehl- bzw. umleitet einträgt und bei "nach" das ursprünglich nächste Stellwerk einträgt (also, bevor der Zug um- bzw. fehlgeleitet wurde) oder stattdessen den Laufweg einträgt (oder ein Kompromiss zwischen beiden Lösungen). Züge können ja an sich tatsächlich frei fahren (sonst würden Rangierfahrten so in dieser Form wahrscheinlich nicht funktionieren), von daher könnte sich dieser Zug wie jeder andere Zug auch frei bewegen. Stellwerksim unterstützt auch bereits jetzt schon Züge, die über die falsche Verbindung geschickt werden (z.B. in Fzf einen Zug, der nach Hoch/Tief sollte, nach Galluswarte schicken). Ggf. könnte man diese Mechanismen miteinander verbinden.
Punkt b) ist natürlich dann der Hauptpreis im Lotto gewonnen. Ohne genau die Funktionsweise zu kennen (also, ob ein Stellwerk den Fahrplan eines ausgefahrenen Zuges sofort verwirft oder einfach nur in einer Tabelle als "abgehakt" eingetragen wird) könnte man ja ggf. den Fahrplan weiter vorhalten bzw. gesondert markieren, wenn ein Zug nicht in die ordnungsgemäße Richtung abgefahren ist und den Fahrplan entweder "recyceln", wenn der Zug wieder in das Stellwerk einfährt (dann funktionieren ja auch Verspätungsminuten wieder, weil der Fahrplan dann wieder in einem definierten Zustand ist) oder wenn der Zug während der Fehl- bzw. Umleitung in ein unbesetztes Stellwerk geleitet wird, den Zug aus der letzten ordnungsgemäßen Stelle austrägt.
Punkt c) müsste man so oder so lösen, hier hab ich auch eine Idee dazu: man könnte ja, sobald der Zug wieder an einem definierten Ort ist das planmäßige vorherige Stellwerk darüber informieren, dass soeben der Zug eingefahren ist und das Stellwerk bitte überprüfen möge, ob es den Zug schon bearbeitet hat. Wenn nicht, schmeißt es den Zug aus seinem Fahrplan raus (dann haben wir tatsächlich ein Stellwerk übersprungen) und informiert das planmäßig davor befindeliche Stellwerk ebenfalls (dann wird rekursiv die Strecke zurückgearbeitet, bis man wieder an einem wohldefinierten Punkt ankommt) und wenn doch, ist der Zug planmäßig unterwegs.
Ich weiß logischerweise nicht, wie groß der Implementationsaufwand ist (Punkt 2) oder wie das Team dazu steht (Punkt 1), aber grundsätzlich fände ich das ein interessantes Feature, was insbesondere bei Spielen mit mehreren besetzten Stellwerken im Umfeld das Spiel nicht nur einen reinen Fahrdienstleiter-Simulator, sondern auch zunehmend zu einem Dispo-Simulator macht (was ich begrüßen würde).
Ich bin mal gespannt, ob hieraus eine Diskussion entsteht.
EDIT: ich habe mal im Forum gegraben und gefunden: viewtopic.php?t=45096
Anscheinend scheint meine zweite These durchaus richtig gewesen zu sein. Wie gesagt, ohne zu wissen, wie die Software funktioniert: wäre es nicht möglich, dass ein besetztes Stellwerk, welches einen Zug erhält, für den es keinen Fahrplan hat, den Fahrplanprovider anstößt und der Fahrplanprovider dann, sobald er feststellt, dass dieser Zug dort nicht sein sollte, ad hoc einen Fahrplan generiert (siehe dazu auch Punkt a)? Natürlich beschreibe ich das ganze hier gerade sehr einfach, aber möglich erscheint es mir trotzdem.
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